Simon De Simon De

Namib Wilderness

Simon De Luigi, LFI Mastershot: Eine spontane Begegnung mit Oryx in der Namib Wüste – Leica M Fotografie zwischen Weite, Licht und einzigartiger Natur Namibias.

Leica Fotografie International – Mastershot

Manche Momente planen sich nicht. Sie passieren einfach.

So war es auch an diesem Morgen in der Namib. Wir waren früh unterwegs Richtung Sossusvlei, noch etwas verschlafen, als die Wüste langsam wach wurde. Das Licht war weich, die Luft kühl, und alles wirkte ruhig und fast stillgelegt.

Dann standen sie plötzlich da.

Ein paar Oryx, ganz ruhig, fast selbstverständlich. Kein großes Schauspiel, kein Drama. Sie wirkten, als wären sie schon immer Teil dieser Landschaft gewesen, perfekt eingebettet in diese weite, offene Ebene.

Ich hatte nur die Leica M mit einem 50mm Objektiv griffbereit. Keine Zeit zum Wechseln, kein großes Überlegen. Einfach Kamera hoch und den Moment festhalten. Und genau hier hat sich gezeigt: Auch mit 50mm kann man Natur und Tiere fotografieren. In diesem Fall war es meiner Meinung nach sogar genau die richtige Brennweite. Nicht zu nah, nicht zu weit weg. Genug Raum, um die Tiere zu zeigen, aber vor allem auch die beeindruckende Landschaft, die sie umgibt.

Für mich macht genau das den Unterschied. Man sieht nicht nur ein Tier, sondern versteht den Ort. Die Weite. Die Ruhe. Dieses Bild hält einen Moment einer Geschichte fest und alle Motive darin sind gleichwertige Darsteller.

Ich bin eigentlich kein klassischer Landschaftsfotograf. Aber Namibia zieht dich da einfach rein. Du kannst gar nicht anders, als diese Szenen festhalten zu wollen.

Und das hier war einfach ein kurzer Moment, der gepasst hat.

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Simon De Simon De

Dreaming Boxer

Simon De Luigi, LFI Mastershot: Bewegende Streetfotografie aus Namibia – die Begegnung mit Samuel, einem Jungen mit dem Traum Boxer zu werden, festgehalten mit der Leica.

Leica International Fotografie – Selection Best of Africa

Manchmal beginnt ein langer Tag mit etwas ganz Einfachem.

Okongwati war für uns nur ein kurzer Zwischenstopp. Noch einmal tanken, ein paar Einkäufe erledigen, bevor wir weiter Richtung Westen ins Marienflusstal fahren würden. Vor uns lagen Stunden auf anspruchsvollen Pisten, Tage ohne wirkliche Infrastruktur. Dieses Gefühl, langsam aus der Zivilisation herauszufahren.

Vielleicht waren es genau deshalb diese kleinen Rituale, die sich so gut angefühlt haben. Eine kühle Coke in der Hand. Staub auf der Haut. Ein letzter Moment von Normalität, bevor alles stiller, weiter und einsamer wird.

Ich stand vor dem Supermarkt und wartete. Die Kamera locker in der Hand, ohne konkretes Ziel. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Kinder neugierig näher kamen. Blicke, Lachen, vorsichtige Schritte.

Und dann war da Samuel.

Er stellte sich nicht einfach dazu. Er trat nach vorne. Sobald ich die Kamera hob, veränderte sich etwas. Seine Haltung wurde fester, der Blick konzentriert. Die Fäuste geballt, als hätte er diesen Moment schon hundertmal geprobt.

„Mein Name ist Samuel, machst du ein Bild von mir?“

Kein Zögern, keine Unsicherheit. Nur dieser klare Wunsch, gesehen zu werden.

Ich hebe die M10 hoch, fokussiere und drücke den Auslöser. Zwischen all den Kilometern, der Landschaft, den großen Bildern dieser Reise, war es genau dieser kurze Moment, der hängen bleibt. Weil er nichts brauchte außer Präsenz. Keine Inszenierung, kein perfektes Licht.

Nur ein Junge, ein Traum und der Mut, den Fremden einfach auszusprechen.

Samuel wollte Boxer werden und für einen Augenblick sah es so aus, als wäre er es schon.

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